Trauzeuginnenkleider – Änderungen am Schnittmuster

Wie ich vor einiger Zeit hier schon geschrieben hatte, habe ich letztes Jahr zwei Kleider für die Trauzeuginnen meiner Schwester genäht. Die Grundlage dafür war das Oberteil von Modell 115 aus der Burda 3/2013, kombiniert mit selbst konstruierten Ärmelchen und einem halben Tellerrock.

Kleider.jpeg

Ein Vergleich der Maße der Mädels mit der Burda Maßtabelle und den tatsächlichen Abmessungen der Schnittteile in Größe 36 hat ergeben, dass beide mehr Platz um die Brust brauchen. Da der Schnitt eine ähnliche Nahtführung wie ein Princess-Schnitt hat, habe ich jeweils ein FBA (full bust adjustment) nach dieser Anleitung gemacht, einmal um 1 cm und einmal um 3,5 cm.

Schnitteile vorderes Oberteil Burda 3/2013 Modell 115 mit FullBustAdjustment

Ein Problem war allerdings, dass der Brustpunkt nicht im Schnitt eingezeichnet ist und da es sich um einen Korsagenschnitt (also ohne Schulternaht oder Träger) handelt, blieb mir nichts anderes übrig als seine Position sinnvoll zu schätzen. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich einen falschen Brustpunkt angenommen habe, auf jeden Fall hat die Anprobe der beiden Probeoberteile ergeben, dass die Weite um die Brust und der Sitz unterhalb der Brust recht gut waren. Oberhalb der Brust war aber deutlich zu viel Luft, wodurch sich hässliche Querfalten ergeben haben. Ich habe die Rundung oberhalb der Brust dann deutlich abgeflacht, das hat das Problem behoben.

Vergleich Originalschnittteil und mit FBA

Zusätzlich habe ich den Verlauf unter der Achsel so angepasst, dass der BH zuverlässig verdeckt war. Das Probeoberteil war absichtlich etwas zu lang. Während der Anprobe habe ich mir darauf die exakte Position der Taille markiert und später auf die Schnittteile übertragen.

alle Schnittteile mit FBA 1cm bzw 3cm

Die Schnittteile für die Spitzenärmel habe ich durch Anhalten von Seidenpapier direkt an meiner Schneiderpuppe entworfen. Die Bogenkante sollte die Außenkante des Ärmels bilden. Im Rücken sollte sie nach unten hin weisen. Zudem wollte ich so wenig Nähte wie möglich innerhalb der Spitze. Ein Schnittteil ergibt daher den vorderen Träger und den Ärmel, das andere das Rückenteil. Mit minimalen Veränderungen haben die Ärmel bei beiden Probeoberteilen gepasst. Die wild verschnörkelten Linien im Schnittmuster sind die Kanten des Musters auf der Spitze, die für die Kleider verwendet wurde. So habe ich sichergestellt, dass das Muster auf beiden Seiten des Oberteils und bei beiden Kleidern gleich platziert war.

Spitzenaermel zu Model 115 Burda 3/2013

Eine zweite Version des Probeoberteils war notwendig, dann waren wir mit der Passform aber soweit zufrieden. Das Schnittteil für das Chiffon-Overlay habe ich in der Breite jeweils an das geänderte Oberteil angepasst.

Als nächstes ging es an den Zuschnitt und das Nähen von vielen Metern rutschigen Satins und Chiffons. Aber davon an einem nächsten creaDienstag mehr!

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Ein Gedanke zu “Trauzeuginnenkleider – Änderungen am Schnittmuster

  1. Wow…wirklich toll! Da weiß ich ja jetzt wo ich gucken muss, wenn ich mal so ein Kleid nähen will 😉 Die Mädels und die Braut haben es wirklich gut gehabt..wer hat das schon so tolle perfekt passende Kleider!?
    Super!! Vielen Dank auch für die ausführliche Schilderung!
    Liebe Grüße
    Julia

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